Zwischen zwei Zwetschgenzweigen

Zwischen zwei Zwetschgenzweigen

2. April 2008  |  Abgelegt unter Geekiges  |  2 Kommentare

Irgendwann muss es ja mal raus – ich verstehe Twitter nicht.

Also jetzt nicht kognitiv oder technisch, da ist mir das Prinzip schon klar. Viele Menschen zwitschern vor sich hin, sagen was sie gerade tun oder denken, oder auch was sie nicht tun oder lieber denken würden. Und man kann seinen liebsten Zwitscherern zuhören, also ihnen “followen”. Je mehr das werden, umso mehr verwandelt sich das Ganze in ein undurchschaubares Gewusel. Über wirres.net habe ich Cem’s Twitter Phänomene (Twitter ist eine WG. Moin.Twitter ist Crowdfeeling. Piep.Twitter ist lakonisch. Cool.) entdeckt und habe die Aspekte Sozial, Heimelig und Kunst durch Reduktion dazugelernt.

Aber ist es das? Ein richtiges Anwendungsszenario (vor allem für mich) fällt mir dazu partout nicht ein.

Die aktuell laufende re:publica wird z. B. neben Video- und Audio-Broadcasts auch über einen flickr/Twitter Live Stream dokumentiert (via Werbeblogger). Da finden sich dann in umgekehrt chronologischer Reihenfolge Bilder und Kommentare zu nacheinander oder parallel laufenden Veranstaltungsteilen. Vielleicht bin ich da zu althergebracht sequentiell, hierarchisch oder ordnungsliebend, aber was um alles in der Welt soll mir das dann an Informationen (oder auch Emotionen, Eindrücken, etc.) liefern?

Meine Vermutung ist, dass das Ganze wie jedes soziale Netzwerk erst durch Masse einen erkennbaren oder spürbaren Nutzen bringt. Ob ich den mit meinem Netzwerk irgendwann erreiche, kann ich nicht sagen – Ich wüsste aktuell noch nicht einmal ob jemand davon twittert, das war bisher nie Thema. Ich weiss auch nicht, wie viel Zeit man fürs Twittern einplanen muss. Ich tue mich ja schon mit regelmäßigen Blogeinträgen schwer, wie sollte das dann mit viertelstündlichen Twitter-Updates sein?

Viele von den anderen 2.0 Social Networks (Facebook, Xing, flickr, del.icio.us und wie sie alle heissen) kann ich nachvollziehen, die haben einen sich mir erschließenden Zweck. Aber ein unaufhörliches “Ich bin auch hier” wirkt für mich eher wie eine Überdosis Rauschen, deren einziger Zweck die Ablenkung von echten Signalen oder der realen Welt sein dürfte.

Kann mich jemand eines besseren belehren? Wer von Euch zwitschert überhaupt?

Antworten

  1. Maxi sagt:

    April 4th, 2008at 10:36(#)

    ich habe mich kürzlich zum zwitschern angemeldet, ausser einem kurzem probelaut seither aber auch nichts mehr von mir gegeben.. aus ähnlichen gründen wie den deinen

  2. dirkz.de » Blog Archive » T-Bashing, jetzt Neu und in Farbe sagt:

    April 5th, 2008at 07:00(#)

    [...] Logo und vier Überschriften eine solche Überreaktion – vielleicht sollten da mal Leute drüber twittern [...]

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Mal etwas bebilderter, ich hoffe es gefällt :-)

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