2007 revisited – eine Art Jahresrückblick

2007 revisited – eine Art Jahresrückblick

25. März 2008  |  Abgelegt unter Vermischtes

Der geneigten Leserin und dem interessierten Leser wird aufgefallen sein, dass es nach einem leichten Sommer-Hoch an Informationen hier etwas leiser geworden ist. Das ist aber mitnichten darauf zurückzuführen, dass ich seitdem nichts mehr erlebt habe – im Gegenteil, 2007 war durchaus ereignisreich für mich! Neben dem retrospektiven Einpflegen der obligatorischen Party-, Event- und Urlaubsfotos – jeweils auch zum richtigen Datum – will ich mich hier einmal an einer Blitzlicht-artigen Rückbesinnung probieren:

Mein Wechsel an den Rhein hat sich für mich als eine sehr gute Entscheidung erwiesen. Zum einen habe ich alte Freunde wiedergetroffen, einige tolle neue Menschen kennengelernt und liebgewonnen, sowie gleichzeitig auch noch die alten Freundschaften weiter pflegen können. Zum anderen habe ich eine neue berufliche Herausforderung angenommen, spannende neue Themen bearbeitet, und einige tolle neue Kollegen dazugewonnen. Insgesamt also eine Menge auf der Haben-Seite. Genaugenommen fällt mir wenig ein, was mir hier konkret fehlt – ausser vielleicht regelmässiger Sport, aber das ist eine andere Geschichte.

Köln als neue Heimat habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Die Stadt hat für den Kurzbesucher neben Dom, Museen und ein paar Highlights meist nur begrenzt viel Touristisches zu bieten, vor allem architektonisch und städtebaulich gibt es hier sogar einige ausgesprochene Scheußlichkeiten im Innenstadtbereich zu bewundern.
Dafür punkten die Kölner durch eine Offenheit, Freundlichkeit und Lebensfreude, die einem (Ost-)Westfalen fast gar nicht näherzubringen ist. Obwohl oftmals als oberflächlich und aufgesetzt abgetan, hat das kölsche Naturell im Alltag sehr viele angenehme Seiten. Von den unterhaltsamen Gesprächen in Kneipen über ungefragte Geschichtsbrocken vom 70jährigen Taxifahrer bis hin zum netten Plausch an der Wursttheke wird einem auch als Immi relativ schnell das Gefühl gegeben, schon ewig hier gewesen zu sein und ganz selbstverständlich dazuzugehören.

Aber auch ausserhalb der Stadtgrenzen konnte ich meinen Erfahrungsschatz erweitern. Die Reise nach China, Macau und Hongkong im Juli hat mir nach Thailand (in 1999) eine neue Variante asiatischer Kultur und fremden Lebens gegeben. Eine sehr differenzierte dazu. Gerade in den aktuellen Diskussionen um die chinesische Tibet-Politik (und den generellen Umgang mit Minderheiten und Individualisten) kommen immer wieder Erinnerungen hoch, dass ich von Station zu Station der Reise immer mehr zur Gewissheit gekommen bin, dass das Feigenblatt des Kommunismus und der Ausrichtung auf die Volksinteressen nur sehr dürftig die eigentlich extrem kapitalistische und wenig menschen- (aber auch genausowenig umwelt- oder kultur-)freundliche Grundhaltung der Bestimmenden verdecken kann. Gerade wegen der unglaublichen Größe und Bevölkerungszahlen scheint ein einzelner Mensch dort nur sehr wenig zu zählen, und viel weniger noch, wenn er mit seinen Gedanken, Ideen, Werten und Lebensweisen nicht in das uniforme Raster passt. Auch die teilweise sehr reizvollen Lanschaften und Überbleibsel der Kultur vor der gleichnamigen Revolution konnten für mich nicht aufwiegen, dass ich den Umgang mit Menschen – sowohl Chinesen selbst, wie auch ethnische Minderheiten – nicht akzeptabel finde, und auch als Tourist den Eindruck nicht losgeworden bin, nur eine laufende Geldquelle statt willkommener Besucher zu sein.

Ganz anders stellte sich mein zweiter Urlaub dar. Nach 2004 und 2006 hatte ich meine Sehnsucht nach Sommer und Sonne im Winter, Party und Musik, schönen Menschen und einigen Tagen echter Entspannung zum dritten Mal in einen Trip nach Rio de Janeiro umgesetzt. Und wiederum wurde ich nicht im mindesten enttäuscht. Neben den Temperaturen um die 30 Grad, einem Traumstrand vor der Haustür, einer schier unerschöpflichen Auswahl an Restaurants, Bars, Discos und Mega-Parties, einem extrem entspannten Lifestyle und einem überwältigenden Silvesterfest war es diesmal aber auch der intensive persönliche Kontakt zu den Cariocas (und das vor allem zu einem von ihnen), der mich erneut davon überzeugt hat, dass die brasilianische Kultur eine extrem herzliche, freundliche ist, in der man unabhängig von Herkunft und Status willkommen ist, in der man sich für andere – die Menschen nebenan, Freunde, Familie, aber genauso auch Fremde – interessiert und neugierig ist, den anderen kennenzulernen und mehr über ihn zu erfahren. Meine Neugier auf Rio, Brasilien und Südamerika ist erneut gewachsen, meine nächste große Reise wird mich bestimmt wieder dort hin bringen.

In der Zwischenzeit hat sich auch mein familiäres Umfeld verändert, meine Eltern geniessen – zumindest teilweise – ihr Rentnerdasein, ich bin zum vierten Mal Onkel geworden, lebe wieder mit dem besten Menschen in meinem Leben zusammen und bin auch mit meiner erweiterten Familie hier sehr zufrieden.

In Kürze zusammengefasst kann ich guten Gewissens sagen:

Mir gehts gut. Richtig gut.

Und vielleicht erzähle ich euch 2008 auch regelmäßiger was mir so widerfährt …

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Version 6 von dirkz.de

Mal etwas bebilderter, ich hoffe es gefällt :-)

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